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Triathlon: Katja Kronschnabl erreicht Platz 3 bei der Challenge-WM

Schliersee – Katja Kronschnabl vom Geiger-Medius-Bike-Base-Team hat an der Triathlon-Weltmeisterschaft über die Mitteldistanz in Samorin/Slowakei teilgenommen.

Einen riesigen Erfolg durfte vor Kurzem Triathletin Katja Kronschnabl aus dem Schlierseer Geiger-Medius-Bike-Base-Team feiern. Sie nahm an der Triathlon-Weltmeisterschaft über die Mitteldistanz in Samorin/Slowakei teil und holte sich überraschend die Bronzemedaille ihrer Altersklasse. Qualifiziert hatte sich Kronschnabl für die WM zwei Monate zuvor mit dem Altersklassensieg bei der Challenge Walchsee.

Das slowakische olympische Trainingszentrum nahe Bratislava bietet alljährlich optimale Bedingungen. Am Vortag war dort bereits die Premiere des Collins-Cups mit namhaften Profitriathleten wie Jan Frodeno, Anne Haug und Daniela Ryf ausgetragen worden. Beste Voraussetzungen also auch für die Amateure, um ihre Besten zu finden.

1,9 Kilometer Schwimmen in der Donau


Schon die erste Disziplin, 1,9 Kilometer Schwimmen in der Donau bei etwa 18 Grad Celsius Wassertemperatur, verlangte aufgrund der windigen, aber sonnigen Wetterverhältnisse bei starker Gegenströmung den Athleten viel Kraft und Willen ab.

Danach mussten Kronschnabl und ihre Konkurrentinnen 90 Kilometer im Sattel bewältigen. Als Radstrecke diente ein 20 Kilometer langer für den Autoverkehr gesperrter Autobahnabschnitt, der viermal befahren wurde, sodass sich zermürbender Gegenwind mit Rückenwind und Höchstgeschwindigkeiten bis 60 km/h abwechselten. Die triste Autobahnkulisse und immer gleiche Leitplanke bei Gegenwind forderte ein weiteres Mal enorme Kopfarbeit.

Schwerer Sturz beim Radfahren

Plötzlich wurde Kronschnabl jedoch aus ihren Gedanken gerissen, denn das Rennen wurde überschattet von einem schweren Radunfall. Ein Athlet ist wohl aufgrund der tiefen aerodynamischen Kopfposition bei Gegenwind mit seinem Zeitrad aus voller Geschwindigkeit gestürzt und wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein umliegendes Krankenhaus geflogen. Die dafür nötige kurzfristige Sperrung der Radstrecke traf auch Kronschnabl und verlängerte ihre Radzeit um sechs Minuten, die sie möglicherweise den Vizeweltmeistertitel kosteten.

Sie wechselte nach 2:46 Stunden sichtlich betroffen von dem Unglück zu ihrer Lieblingsdisziplin, dem Laufen. Die 21 Kilometer lange flache Strecke mit wechselnden Untergründen von Sand der Galopprennbahn über Tartan, Asphalt und Gras war gesäumt von anfeuernden Zuschauern, darunter Kronschnabls Ehemann Stefan Hütter.

Persönliche Bestzeit im Halbmarathon

So angespornt erzielte sie ihre persönliche Bestzeit im Halbmarathon mit 1:35:56 Stunden und erreichte nach insgesamt 5:17 Stunden das Ziel. Es war die drittschnellste Zeit in ihrer Altersklasse und damit Bronze bei der Triathlon-Weltmeisterschaft.

Mit besten Genesungswünschen an den Verletzten zog Katja Kronschnabl Fazit: „Kopf hoch – auch bei Gegenwind.“ Den Schlüssel ihres Erfolgs sieht die Hausärztin und ehemalige Kunstturnerin in der nun schon langjährigen Ausübung des Ausdauersports, denn ihr Beruf lässt kein Training nach Plan zu. Zur Vorbereitung dienten unter anderem mehrere Sportveranstaltungen im Umkreis: der Alpentriathlon Schliersee (zweiter Platz in der Landkreiswertung), Kurztriathlon Thiersee (Erste ihrer Altersklasse), MTB-Niederhoferalmrennen (4.) und der spektakuläre Skymarathon in Tiers/Italien. Der Saisonhöhepunkt und gleichzeitig Saisonabschluss wird eine Langdistanztriathlon in Portugal im Oktober sein. (Quelle "das gelbe Blatt")